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Dass im hundersten Jahr des Seeclubs Interlaken eine Wanderfahrt nicht fehlen durfte, war uns allen klar. Berliner Seen, Saône, Rhein, Donau und Po wurden bereits früher berudert, dieses Jahr fiel die Wahl auf den Lago Maggiore – Palmen, südliches Flair und Italianità ... und durch den neuen Lötschbergtunnel auch nicht allzu weit entfernt. Das machte es  möglich, dass am Donnerstagabend ein ganzes Zugsabteil SeeclüblerInnen per ÖV munter in den Süden fuhren.

                Ein wenig bange war uns schon, hatten doch Tessin und Lombardei im Mai-Juni überdurchschnittliche Regenfälle zu verzeichnen gehabt. In Locarno mussten wir morgens um 6.00 Uhr bis zur Hüfte durch den See waten, um die Boote einzuwassern. Aber, was soll’s, wir kamen zum Rudern und nicht zum Promenieren! Schon in Brissago schien zum Frühstück die Sonne und zur Mittagsrast „ennet“ der Grenze, im lauschigen Seegarten des „Ristorante Cà Biancha“  war bereits Schutzfaktor 40 angesagt, wir fühlten uns wie in den Ferien!

                Mit den lokalen Witterungsverhältnissen nicht so gut vertraut wie auf unserem Brienzersee wurden wir kurz vor Ankunft in Verbania von einem tosenden Gewitterorkan überrascht. Von Regen und Seewasser gleichermassen durchnässt, gelang es uns, in einer schon fast als waghalsig zu bezeichnenden  Operation „Notlanden“  trotz etwa meterhohen Wellen, unsere Boote auf eine grad noch über der Wasserlinie liegende Wiese zu retten. Nach einigen Grappe innerlich gestärkt und dank der Notwäsche auch äusserlich wieder präsentabel fuhren wir,  ein immer noch recht wilder Haufen, halt per Bus zur Unterkunft in Intra – umso besser mundeten danach Pasta & Vino zum Nachtessen! 

               Der Höhepunkt stand am nächsten Tag bevor: Ausrudern des Seebeckens und Übersetzen auf die Isola dei Pescatori. Tagsüber ein touristisches Gewimmel mutiert die Insel abends zu einem schon fast mediterran anmutenden Fischerdörfchen mit Blick auf die Lichter Stresas. Nach dem Anlegen am freien Ufer konnten wir auf den Balkonen und der Terrasse des „Albergo Belvedere“ bei einem Gläschen Wein herrlich die Beine hochlagern und langsam die Sonne untergehen lassen. Privatboote brachten noch einige Gäste zum gediegenen „Dîner“, meist Stöckelschuh-Prominenz, vielleicht aus Bellagios Villen oder anderen „Snobiety-Resorts“ rund um den See.

                Am Sonntagmorgen war dann naturgemäss nicht ganz so früh Tagwache, wie jedoch die ersten Ausflügler ankamen, ruderten wir bereits weg, umringt (und bewundert, nahmen wir jedenfalls an!) von den Gästen dutzender schnittiger Mororboote und Ausflugsschiffe. Bei uns ist es zum Glück auf dem See doch deutliche ruhiger, aber für einmal wollen wir uns ja nicht beklagen – soviel Aufmerksamkeit wird uns sonst selten geschenkt! In Stresa wurden dann die Boote wieder verladen und NEAT sei dank erreichten wir nach unglaublich kurzen zweieinhalb Stunden wieder Interlaken und unser Bootshaus, wo die „Land- und Transport-Equipe“ auch bereits mit Anhänger und Material angekommen war. Gemeinsam war Alles ohne grössere Schäden rasch verräumt und nach einem abschliessenden Apéritif auf unserer neuen Terrasse mit Blick auf die frühabendliche Ruhe des Brienzersees fühlten wohl alle: Ende gut, alles gut und „Welcome back Home“!

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